Das neue Nutzungskonzept, in detaillierte Absprache mit den Betroffenen, weist eine Besucheranzahl von ca. 1.500 Personen verteilt auf verschiedene Funktionsbereiche, Kino, Mehrzwecksaal, Vortragssäle, Hörsäle, Bibliothek, Werkstätte, Büros, Cafeteria und Nebenräume auf. Große Rücksicht wurde auf die Bedürfnisse unserer Zeit: Behindertengerecht, neue Technologien etc., genommen. In weiterer Folge interpretiert das Konzept die Wiener Urania als einen "Zeitzeugen". Sämtliche vorhandenen Zubauten werden wegen des hohen Raumbedarfes erhalten und mit den architektonischen Mitteln unserer Zeit neu definiert. Zielvorstellung des vorliegenden Umbaukonzeptes für das Volksbildungshaus Wiener Urania sind die folgenden Schwerpunkte: Die Erhaltung, Rekonstruktion und Freilegung des Hauptgebäudes des Architekten Max Fabiani aus dem Jahre 1909, insbesondere die Außengestalt, der Zubau und - soweit möglich - die Innenraumgestaltung nach

den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und nach den Umbauten durch den Architekten Otto Niedermoser im Jahre 1960. Der Vorbau von Otto Schottenberger und Adolf Kautzki aus dem Jahre 1935 ist in seiner Grundrißform erhalten, die tragende Konstruktion ist adaptiert und die äußere Form durch eine Leichtbaukonstrukton aus Glas und Stahl neu interpretiert. Der kleine auskragende Zubau nordseitig wird ebenfalls in einer leichten Bauweise interpretiert und im Sinne des Entwurfes von Max Fabiani von 1911 neu errichtet. Er erhält die ursprüngliche projektierte Funktion eines verglasten Cafés mit Ausblick auf den Donaukanal. Wegen des mittlerweile erhöhten Raumbedarfes des Vorksbildunghauses biete sich der Ausbau des Dachgeschoßes an. Durch eine Stahlträger-Konstruktion im Umfang des geneigten Dachstuhles ist ein trennbarer Mehrzweckraum geschaffen, ohne den derzeitigen Dachfirst zu überschreiten.